Vogt Text

tot oder Tod

Korrekte Schreibweise:

  • tot (Adjektiv)
  • Tod (Substantiv)

Falsche Schreibweise:

  • tod
  • Tot

Das Substantiv Tod schreibt sich mit einem -d am Schluss und das Adjektiv tot mit -t. Der Tod bezeichnet den Zeitpunkt, der nach dem Sterben eintritt, also das Ende des Lebens. Das Adjektiv tot meint den Zustand, den man dann erreicht hat. Nach dem Tod ist der Mensch tot

Beispiele mit Tod:

  • Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?
  • Er täuschte seinen Tod vor, um ein neues Leben zu beginnen.
  • Sie brauchte lange, um über den frühen Tod ihrer Mutter hinwegzukommen.

Beispiele mit tot:

  • Leider konnte er nur noch tot aus dem Autowrack geborgen werden.
  • Bitte vergesst mich nicht, wenn ich tot bin.
  • Banditen im Wilden Westen wurden häufig mit einem Plakat gesucht: tot oder lebendig.
  • Am Wochenende war in der Disco tote Hose.
  • Geld, das nicht investiert wird, ist totes Kapital.

Gross und Kleinschreibung von tod-/tot-

Das Substantiv Tod schreibt man logischerweise gross und das Adjektiv tot klein. Ein kleingeschriebenes Wort «tod» gibt es nicht – und auch kein grossgeschriebenes Wort «Tot», ausgenommen in der substantivierten Form «der/die Tote» und «etwas Totes» oder in Eigennamen:

  • Der Tote trieb tagelang im Fluss, bevor er entdeckt wurde.
  • Aasfresser werden nur von etwas Totem angelockt.
  • Das Tote Meer ist ein See ohne Abfluss.

Zusammensetzungen mit tod-/tot-

Schwierig sind Wortzusammensetzungen mit tod- oder tot-. Wenn bei Zusammensetzungen mit Adjektiven die Bedeutung «sehr» gemeint ist, erfolgt dies mit dem Wortbestandteil «tod-»: Er war todmüde, todernst, todunglücklich (= sehr müde, sehr ernst, sehr unglücklich).

Bei Zusammensetzungen mit Verben ist hingegen meist das Erstglied «tot-» anzutreffen, da damit häufig ein Vorgang beschrieben wird, der dazu führt, dass das betroffene Objekt anschliessend tot ist. Wenn man jemanden totschlägt, führt dieser Vorgang dazu, dass die Person nachher tot ist. Dies kann auch im übertragenen Sinn gemeint sein, z. B. wenn man sich totarbeitet. Weitere Verben sind totmachen, totschweigen, tottreten.

Zusammensetzungen mit Substantiven sind abhängig von der Bedeutung mit Tod- oder Tot- möglich. So wünschen sich Todfeinde gegenseitig den Tod oder ein Todgeweihter steht kurz vor dem Tod. Der Tod ist also noch nicht eingetreten. Ist das Objekt bereits tot, erfolgt die Zusammensetzung mit «Tot-», z. B. Totgeburt (= das Kind ist bereits tot, wenn es zur Welt kommt) oder Totschlag (die Person ist nach dem Schlag tot). Hier ist ebenfalls eine übertragene Bedeutung möglich: So ist ein Totgeglaubter nicht tatsächlich tot, man hat es aber fälschlicherweise vermutet.

Getrennt- oder Zusammenschreibung von tot-

Wie im Abschnitt zu den Zusammensetzungen mit Verben bereits ersichtlich war, schreibt man tot-  mit dem folgenden Verb zusammen:

  • sich totlachen
  • jemanden totfahren
  • etc.

Getrennt oder zusammengeschrieben werden Verbindungen mit einem Partizip II, das adjektivisch genutzt wird:

  • Das totgefahrene/tot gefahrene Reh musste in die Kadaversammelstelle transportiert werden.
  • Ihr totgeglaubter/tot geglaubter Ehemann tauchte eines Tages unvermittelt wieder auf.

Von den Verben sein und scheinen schreibt man tot immer getrennt – ebenso bei den Wendungen sich tot stellen und tot umfallen.

  • Die sieben Zwerge weinten um Schneewittchen, weil sie tot schien.
  • Schneewittchen darf nicht wirklich tot sein!
  • Weil Rotkäppchen sich tot stellte, wurde sie vom bösen Wolf ignoriert.
  • Man kann vor Schreck tot umfallen.

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