Vogt Text

vogtext sw 3Aus dem Alltag eines Lektors

Im VogtBlog berichte ich in loser Folge über Themen, die mich bei der täglichen Arbeit beschäftigen. Sämtliche Informationen sind zur freien Verfügung.
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Vielen Dank und viel Spass bei der Lektüre!

 

Im 2014 und anfangs 2014: Vorsicht bei Jahresangaben

„Im 2014 konnten die Wachstumsziele erreicht werden.“ Solche und ähnliche Sätze sind in vielen Geschäftsberichten zu finden. Leider hat sich dabei ein Fehler bei der Jahresangabe eingeschlichen.

Jahresangabe

Im Englischen wird eine Jahresangabe mit „in“ eingeleitet: „In 2014 we travelled around the world“. Dieses „in“ schleicht sich in Form von „im“ auch immer wieder in deutsche Texte ein: „Im 2014 verbrachten wir unsere Sommerferien am Strand.“ Die Jahresangabe mit „im“ einzuleiten ist im Deutschen nicht korrekt. Es genügt, die Jahreszahl einzusetzen: „2014 verbrachten wir unsere Sommerferien am Strand.“ Das „im“ taucht erst auf, wenn man die Jahresangabe mit im Jahr(e)“ einleitet. Diese Formulierung empfiehlt sich, um Missverständnisse zu vermeiden: „Die Polizei erwischte 2000 Diebe im Pariser Louvre“ oder „die Polizei erwischte im Jahr 2000 Diebe im Pariser Louvre.“

  • 2014 besuchten wir London
  • Im Jahr(e) 2014 besuchten wir London
  • Im/In 2014 besuchten wir London

 „Im“ ist natürlich auch notwendig, wenn eine Monatsangabe ergänzt wird: „Im Mai 2014 heirateten Susi und Strolch“. Das exakte Datum wird wiederum mit „am“ eingeleitet: „Am 18. Mai ...“

Anfang und anfangs

Ohne Präposition beginnt der Satz bei Ende/Anfang: „Anfang 2014 besuchten wir meine Tante in Spanien.“ Falsch ist „anfangs 2015“. Das Adverb anfangs bedeutet zuerst: „Anfangs (zuerst) hatte sie Angst, aber dann nahm sie allen Mut zusammen und betrat die Geisterbahn.“ In Verbindung mit einer Jahreszahl muss deshalb immer „Anfang“ stehen.

  • Anfang 2015
  • Anfangs 2015
  • Fazit: Die Angabe einer Jahreszahl erfolgt im Deutschen ohne Präposition. Alternativ kann „im Jahr(e) 2014“ verwendet werden. Das Adverb anfangs steht nie in Verbindung mit einer Jahreszahl.

Die Krux mit SEO-optimierten Texten

SEO-optimierte Webseiten sind heute das A und O. Nicht vergessen sollte man, dass am Ende ein Mensch die Texte liest. Sind Webtexte ausschliesslich auf Suchmaschinen ausgerichtet, leidet die Glaubwürdigkeit der ganzen Webseite.

SEO-OptimiertWenn die eigene Webseite im Internet gefunden werden soll, sind SEO-optimierte Texte ein Muss: keywords müssen gut gewählt werden, title tags, short/long descriptions eine bestimmte Länge haben und der body text suchmaschinenrelevant formuliert sein. Die Krux ist, dass SEO-optimierte Texte nicht automatisch leserfreundlich sind. Im schlimmsten Fall vermitteln sie eine unmotivierte Aneinanderreihung relevanter Schlüsselwörter. Die Glaubwürdigkeit der Webseite leidet und der potenzielle Kunde springt ab, weil ihm nach einem Blick auf die Texte das Vertrauen fehlt.

Zuerst schreiben, dann optimieren

Beim Schreiben von Webtexten sollten die Suchmaschinen im ersten Schritt nicht im Vordergrund stehen. Liegt der Fokus nur auf Schlüsselwörtern und SEO-Optimierung, schränkt man sich ein und verliert den Blick für das Gesamtbild. Aus meiner Sicht entstehen bessere Internettexte, wenn man sich an einfache Grundregeln aus dem Journalismus hält.

Anlehnung an journalistische Texte

Ein journalistischer Text in einer Zeitung besteht üblicherweise aus Titel, Lead und Haupttext. Meines Erachtens ist dieser Aufbau genauso geeignet für SEO-gerechte Internettexte. Der Titel enthält die wichtigsten Informationen und soll den Leser animieren. Schlüsselwörter, die für Google, Bing und Co. relevant sind, tauchen automatisch in einem guten Titel auf. Dasselbe gilt für den Leadtext, der in wenigen Sätzen alle zentralen Informationen zusammenfasst. Der Haupttext widmet sich schliesslich ausführlich dem gewählten Thema – allenfalls ergänzt mit schlagkräftigen Zwischentiteln. Wird dies seriös gemacht, bietet auch der Haupttext suchmaschinenrelevante Inhalte.

SEO-Optimierung, wenn der Text steht

Steht der Text, kann man sich gezielt der SEO-Optimierung zuwenden: Schlüsselwörter ergänzen, wenn sie zu wenig häufig auftauchen; den Gesamttext kürzen, falls er zu lang ist; descriptions und title tag formulieren etc. Ich glaube, Webtexte sind mit diesem Vorgehen besser für die Leser aufbereitet, ohne dass die SEO-Optimierung darunter leidet.

  • Fazit: SEO-Optimierung ist wichtig, sollte aber erst nach dem Schreiben der Webtexte erfolgen. So stellt man sicher, dass die Webseite nicht nur gefunden, sondern auch gelesen wird.

* Links zu Produkten haben ein Sternchen und werden in einem neuen Fenster geöffnet, z. B.: Amazon*.

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