Vogt Text

vogtext sw 3Aus dem Alltag eines Lektors

Im VogtBlog berichte ich in loser Folge über Themen, die mich bei der täglichen Arbeit beschäftigen. Sämtliche Informationen sind zur freien Verfügung.
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Vielen Dank und viel Spass bei der Lektüre!

 

An Silvester ist Sylvester zu Besuch

Wie man den letzten Tag des Jahres richtig schreibt.

Ende Jahr sieht man hie und da Werbung für eine Sylvesterparty. Da frage ich mich immer, wie es den Organisatoren gelungen ist, Sylvester Stallone zu engagieren. Das muss ein Vermögen gekostet haben. Oder ist vielleicht der Kater Sylvester von den Looney Tunes gemeint und es ist eine Kostümparty? Keine der Varianten dürfte richtig sein. Wahrscheinlich hat niemand den Duden* konsultiert und gemerkt, dass man den letzten Tag des Jahres mit i schreibt. Sylvester ist ein englischer Vorname.

Einen Hinweis für die richtige Schreibweise bietet auch Google. Dort schnellen die Suchanfragen für Silvester jeweils Ende Jahr in die Höhe. Dies gilt zwar auch für Sylvester, aber viel weniger markant. Ein Indiz dafür, dass eine Mehrheit weiss, wie man Silvester richtig schreibt ...

 

  • Fazit: Den letzten Tag des Jahres schreibt man mit i: Silvester.

Warum sich ein Lektorat lohnt

Ein Lektor nimmt alles genau unter die LupeEin gutes Lektorat ist entscheidend für den langfristigen Erfolg eines Produkts, ob Roman oder Geschäftsbericht.

Broschüren, Geschäftsberichte und Webseiten haben eines gemeinsam: Die Verantwortlichen achten auf eine grafisch gelungene Präsentation. Sogar bei literarischen Werken muss der Text ansprechend aussehen. Wer kauft schon ein Buch, wenn er beim Durchblättern ein Gewusel von Wörtern in schlecht gesetztem Flattersatz antrifft? Grafische Elemente sind wichtig, dürfen aber nicht über einen kläglichen Inhalt hinwegtäuschen. Sie müssen unterstützend wirken, sonst fühlt sich der Kunde nach dem ersten Satz übertölpelt. Er wird sich hüten, noch einen Geschäftsbericht dieser Firma zur Hand zu nehmen oder ein Buch desselben Autors zu kaufen. Und hier kommt der Lektor ins Spiel. Er stellt sicher, dass alle Elemente zusammenpassen.

 

Nicht reine Textarbeit

Ein guter Lektor ist kein reiner Textarbeiter. Er schaut sich auch das Umfeld eines Textes an. Passen die Bilder zum Text? Und die Bildlegende zum Bild? Sind die Tabellen, Charts und Diagramme sinnvoll? Gibt es Inhalte, die fehlen, oder Inhalte, die für den Leser überflüssig sind? Beim Lektorat geht es nicht nur um Aufbau und Stil. Ein guter Lektor versucht, alle Elemente in Einklang zu bringen. Er verhindert, dass Leserinnen und Leser frustriert aufgeben und sich einem anderen Produkt zuwenden.

 

E-Book-Verlage ohne Lektorat?

Ich habe von E-Book-Verlagen gehört, die tatsächlich auf ein Lektorat verzichten. Da fällt mir buchstäblich der Kiefer runter. Kurzfristig mag das ja funktionieren, wenn ein Autor gute Texte abliefert. Langfristig wird sich diese Praxis rächen, denn jeder Autor – und sei er noch so talentiert – ist in seinem Roman gefangen. Autor und Text profitieren vom neutralen Blick und den Anregungen des Lektors. Zudem behält der Lektor auch andere Aspekte im Auge, beispielsweise den Buchumschlag oder die Vermarktung des Autors. Verzichtet ein Verlag auf diese Arbeit, wird er jämmerlich eingehen, eher früher als später.

 

Für Self-Publisher ein Muss

Self-Publisher neigen dazu, ihre Texte ohne Lektorat zu veröffentlichen. Das Budget ist knapp und günstig ist ein Lektorat nicht. Als Self-Publisher sollte man aber eines nicht vergessen: Je einfacher es wird, zu publizieren, umso mehr Schreibende werden dies tun und umso wichtiger wird es für potenzielle Leserinnen und Leser, die Spreu vom Weizen zu trennen. Es mag Perlen geben, die ohne Lektorat funktionieren, aber das sind Ausnahmen. Vielleicht gehöre ich (noch) zu einer Minderheit, aber ich denke bereits wieder daran, einen grossen Bogen um die Self-Publisher zu machen. Daran ändern auch 99-Cent-Angebote nichts. Zu viele schlechte Texte sind mir untergekommen.

 

  • Fazit: Ein Lektorat ist eine Investition in die Qualität und den langfristigen Erfolg eines Produkts. Liebe Kommunikationsverantwortliche, Verlagsleute und Self-Publisher, überlegt es euch gut, bevor ihr beim Lektorat spart.

 


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