Vogt Text

vogtext sw 3Aus dem Alltag eines Lektors

Im VogtBlog berichte ich in loser Folge über Themen, die mich bei der täglichen Arbeit beschäftigen. Sämtliche Informationen sind zur freien Verfügung.
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Vielen Dank und viel Spass bei der Lektüre!

 

Wie ist das jetzt - Hat man Holz gespaltet oder gespalten?

HolzhackenDer Winter naht und die Temperaturen sinken. Bevor man aber so richtig gemütlich vor dem Cheminée oder Schwedenofen sitzen kann, muss man seinen Vorrat an Brennmaterial auffüllen. Dabei hat sich bei mir plötzlich eine sprachliche Unsicherheit festgesetzt. Wie drückt man korrekt aus, dass man Holz für den Ofen zerkleinert hat? Habe ich Holz gespaltet oder gespalten? Die pragmatische Lösung in solchen Fällen ist ein anderes Wort und ich habe deshalb Holz gehackt. Die Unsicherheit über die korrekte Form des Perfektpartizips von "spalten" hat mich aber so lange beschäftigt, dass ich dann doch zum Duden* gegriffen habe:

Zu spalten [...] lautet das Partizip II meist gespalten, selten gespaltet.


Aha, es ist also beides möglich. Duden führt zu "spalten" weiter aus, dass die Form "gespalten" besonders bei adjektivischem Gebrauch benutzt wird. Ins gleiche Horn stösst SpiegelONLINE und erklärt, dass die Perfektform "gespalten" ebenso existiere wie "gespaltet". Letzteres sei viel seltener zu hören und als Adjektiv verwende man fast ausschliesslich die Form "gespalten".

Die Präferenz für "gespalten" zeigt sich auch bei einer Google-Suche: Für "Holz gespalten" findet man 490'000 Treffer, für "Holz gespaltet" nur 390'000 Treffer. Beim Wortschatz-Portal der Uni Leipzig ist der Unterschied noch markanter. "Gespaltet" wird in die Häufigkeitsklasse 19 eingeteilt, "gespalten" in die Häufigkeitsklasse 13. "Gespalten" wird also viel häufiger verwendet.

Warum gibt es beide Formen?

Warum es nun "gespalten" und "gespaltet" gibt, liegt daran, dass "spalten" früher ein starkes Verb war, wie das Onlinemagazin Belles Lettres erklärt. Spalten wurde wie folgt gebeugt: spalten, spielt, gespalten. Heute aber sagt man, ich spaltete und nicht ich spielt, weshalb sich auch ein Perfektpartizip gespaltet entwickelt hat. Es gibt übrigens noch andere Verben, die sich ähnlich verhalten. So beispielsweise salzen (gesalzt oder gesalzen) und schalten (geschaltet oder geschalten).

 

  • Fazit: Holz gespaltet oder gespalten, beides ist korrekt. Aber ehrlich, Hauptsache ich friere nicht im Winter...

 

Quellen: Duden* – Richtiges und gutes Deutsch, 7. Aufl. (2011) | Spiegel | Wortschatz-Portal der Uni LeipzigBelles Lettres 
Foto: w.r.wagner / pixelio.de

Geschäftsbericht: Fast alle Zürcher Gemeinden verzichten auf ein Lektorat

 

Im Kanton Zürich regelt das Gesetz über die Information und den Datenschutz (IDG) den Umgang der öffentlichen Organe mit Informationen. Zentraler Zweck des IDG ist, das Handeln der öffentlichen Organe transparent zu gestalten. Ein klassisches Mittel, um über die eigenen Tätigkeiten zu berichten, ist der jährliche Geschäftsbericht. Vogt Text wollte wissen, wie verbreitet dieses Kommunikationsmittel heute bei den Gemeinden des Kantons Zürich ist und wie sich die Geschäftsberichte im Umfang voneinander unterscheiden.

Anzahl Gemeinden mit Geschäftsbericht

Von den 171 Gemeinden im Kanton Zürich veröffentlichen lediglich 29 jährlich einen Geschäftsbericht. Dies ist nicht einmal ein Fünftel aller Zürcher Gemeinden.


 

Geschäftsbericht und Einwohnerzahl

Je mehr Einwohnerinnen und Einwohner eine Gemeinde hat, umso eher erstellt sie einen Geschäftsbericht. Dies mag damit zusammenhängen, dass kleinere Gemeinden weniger Ressourcen zur Verfügung haben. Möglicherweise liegt es auch daran, dass kleine Gemeinden in vielen Fällen eigene Mitteilungsblätter herausgeben und deshalb keine Notwendigkeit sehen, zusätzlich einen Geschäftsbericht zu produzieren.

Oetwil an der Limmat ist die einzige Gemeinde mit weniger als 5000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die einen Geschäftsbericht erstellt. Alle Städte mit einer Einwohnerzahl über 25'000 verfügen über einen Geschäftsbericht. Dazu gehören Dübendorf, Uster sowie die Grossstädte Zürich und Winterthur.


 

Externe Unterstützung bei Gestaltung und Lektorat

Während rund fünfzig Prozent der Gemeinden ihre Geschäftsberichte komplett in Eigenregie erstellen (häufig in Word), lassen andere ihren Bericht professionell gestalten (Druckerei oder Grafiker). Der Inhalt der Berichte wird hingegen selten mit externer Unterstützung aufbereitet. Nur rund zehn Prozent der Geschäftsberichte werden von einem Lektor redigiert (Bassersdorf, Bülach, Zürich).

 

Umfang der Geschäftsberichte und Bevölkerungszahl

Je grösser eine Gemeinde ist, umso umfangreicher ist auch ihr Geschäftsbericht. Dies zeigt zumindest die Trendlinie. Wegen der kleinen Anzahl untersuchter Gemeinden und der grossen Streuung ist diese Aussage aber mit Vorsicht zu geniessen. Den umfangreichsten Bericht 2012 verfasste die Stadt Illnau-Effretikon mit 161 Normseiten. Ebenfalls sehr umfangreich ist der Bericht der Stadt Wädenswil (138 Seiten). Am kürzesten sind die Berichte von Wald und Bassersdorf mit je 22 Seiten.

 

 

Durchschnitt und Median

Der durchschnittliche Umfang der Geschäftsberichte der Zürcher Gemeinden beträgt 55 Normseiten. Der Median liegt bei 40.5. Die Hälfte der Geschäftsberichte umfasst also mehr als 40.5 Seiten, die anderen 50 Prozent haben weniger als 40.5 Seiten.

 

Übersicht: Gemeinden mit Geschäftsbericht

Bassersdorf, Buchs, Bülach, Dietikon, Dietlikon, Dübendorf, Dürnten, Egg, Elgg, Fällanden, Horgen, Illnau-Effretikon, Kloten, Lindau, Oetwil a.d.L., Opfikon, Richterswil, Schlieren, Thalwil, Uster, Volketswil, Wädenswil, Wald, Wallisellen, Wangen-Brüttisellen, Wetzikon, Winterthur, Zollikon, Zürich.


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